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Mit 70 Jahren zum 4. DAN

Das muss ihm erst mal einer nachmachen: Im Alter von 70 Jahren hat Horst Scholz den 4. DAN im Taekwondo abgelegt. Der langjährige Abteilungsleiter und Trainer des SV Nennslingen ist also auch selbst als Sportler erfolgreich und nach wie vor topfit.
Horst Scholz, der vor Kurzem für seinen vielfältigen Einsatz die Verdienstnadel des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) in Gold mit Brillanten erhalten hat, nahm in Bad Homburg an der Bundesdanprüfung teil. Dort war er mit Abstand der älteste Starter und bestand seine Prüfung zum 4. DAN (Schwarzgurt) mit großem Erfolg.
Der 70-jährige Gersdorfer musste verschiedene Disziplinen der Kampfkunst Taekwondo zum Besten geben und dabei Höchstleistungen zeigen. Angefangen wurde mit drei Formen, genannt Poomse. Zu Beginn konnte man ein paar kleine Konzentrationsschwächen erkennen, der erfahrene Trainer ließ sich allerdings nicht aus dem Konzept bringen und beendete dies Übung mit einem guten Ergebnis. Danach folget das sogenannte Ilbo Taereon, der Einschrittkampf. Man kann sich diesen Teilbereich vorstellen wie einen Kampf ohne großen Körperkontakt.  Hier zeigte sich Scholz von Anfang an souverän und arbeitete seine Choreografie fehlerlos ab.
Die dritte Performance war Hosinsul, also Selbstverteidigung. Hierfür musste sich der SVN-Trainer ein eigenes Programm zurechtlegen, vergleichbar mit einer Choreografie beim Tanzen. Hier war er voll in seinem Element und konnte mit einer sehenswerten Show glänzen, indem er sämtliche Angriffe seiner Schülerinnen Vanessa und Isabel Beckstein abwehrte.
Als Letztes stand der Bruchtest an. Auch dieser muss etwas Besonderes sein, um den 4. DAN verliehen zu bekommen. Horst Scholz setzte voll auf seine Stärken und bewies sich mit einem doppelten Fauststoß ohne Ausholbewegung. Auch hier zeigte sich die langjährige erfahrung des Juraners, der die Bretter problemlos brach.
Vor allem die Selbstverteidigung und der Bruchtest ernteten im Publikum viel Applaus. Somit musste nur noch das auf das endgültige Ergebnis gewartet werden. Dieses war dann aufgrund seiner kontinuierlichen starken Leistung wie zu erwarten: Horst Scholz bestand mit seinen 70 Jahren die Bundesdanprüfung zum 4. Schwarzgurt und machte sich damit ein schönes, vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Diese „unfassbare Leistung“ hob auch der Prüfungswart der Deutschen Taekwondo Union (DTU), Wiffried Pixner, bei der Verleihung der Urkunden an die rund 50 Teilnehmer besonders hervor, und es gab zum Lohn auch einen kräftigen Applaus.
Seine Schützlinge Isabel und Vanessa Beckstein sowie die mitgereisten Unterstützer (Scholz Ehefrau, seine Tochter und Enkel) zeigten sich mächtig stolz auf den DAN-Träger. Und Horst selbst? er freut sich schon auf eine weitere Prüfung zum 5 DAN, die allerdings erst in vier Jahren Wartezeit möglich ist.

Bericht Isabel u. Vanessa Beckstein


Weiterer großer Erfolg für die Taekwondo-Athletin des SV Nennslingen

Isabel Beckstein ist neue Deutsche Hochschulmeisterin
Die 19 jährige Studentin vom Jura holte bei den Damen in der Gewichtsklasse bis 57 kg die Goldmedaille – Gute Chancen auf die Teilnahme an der Universiade 2019 in Neapel

Starke Kampfleistung: Isabel  Beckstein vom SV Nennslingen (links, hier gegen Alina Przygoda) holte sich die Goldmedaille bei der stark besetzten Hochschulmeisterschaft in Jena.
Sie gewann in der Damenklasse bis 57 kg.

Über 100 Studierende von über 40 Universitäten aus dem gesamten Bundesgebiet waren jetzt nach Jena gekommen um in der thüringischen Stadt die Titel der Deutschen Hochschulmeister 2018 im Taekwondo untereinander auszumachen. Eine Goldmedaille holte sich dabei Isabel Beckstein vom SV Nennslingen

Die diesjährige Hochschulmeisterschaft in den Disziplinen Zweikampf oder Poomsae (Formen) kann man zu einer der am hochkarätigsten besetzten der vergangenen Jahre zählen. Unter den Startern befanden sich Topathleten sowohl aus dem Freikampf als auch aus dem Formenbereich. Alle haben die Weltspiele der Studierenden 2019 im Visier. Die Universiade ist, nach den Olympischen Spielen, die zweitgrößte Multisportveranstaltung der Welt. Mit mehr als 8000 Teilnehmer werden dazu im kommenden Jahr in Neapel (Italien) erwartet. Die Athleten die sich hier qualifizieren, können doppelte Weltranglistenpunkte sammeln.
Auf den Matten tummelten sich mehrfache Deutsche Meister und Meisterinnen sowie internationale Medaillengewinner im Zweikampf – entsprechend hart umkämpft war die Damenklasse bis 57 kg, und das ist die Klasse von Isabel Beckstein , die von der TU München gemeldet war. Die Nennslinger Topathletin traf im Viertelfinale auf Alina Przygoda von der HS Bund Brühl. Nach drei Runden entschied Isabel den Fight mit 14:3 Punkten für sich und stand im Halbfinale. Hier erwartete sie die vier Jahre ältere Julia Ronken (DSHS Köln). Auch diesen Zweikampf entschied die Nennslinger Taekwondoka mit 8:3 Zählern für sich.
Finale gegen Titelverteidigerin
Das Finale stand bevor, hier traf die 19 Jahre alte Isabel auf eine alte Bekannte aus dem Nationalkader, die Favoritin Jasmin Richter (Uni Jena). Bei dem Vergleich zweier hochklassiger Kaderathletinnen wollte die Thüringer Lokalmatadorin unbedingt ihren Hochschulmeistertitel von 2017 zu verteidigen.
Jasmin ging mit 5 Punkten in Führung, doch Isabel holte Zähler für Zähler auf. Neun Sekunden vor Ende der dritten Runde setzte die bayerische Athletin den entscheidenden Treffer. In einem spannenden Duell und dem eisernen Willen zu gewinnen, holte sich Beckstein mit einem Punkt Vorsprung (9:8) den Titel – „Deutsche Hochschulmeisterin 2018“. „Isabel hat somit die besten Voraussetzungen für die Teilnahme an der Universiade 2019 in Neapel geschaffen“, lobte SVN-Trainer Horst Scholz.


Vom Jura zu Olympia

Erfolgsteam: Vanessa und Isabel Beckstein (vorne mit Blumen) mit ihrer Familie (rechts) sowie Trainer Horst Scholz und dessen Frau.

Vanessa Beckstein (17) war bei den Jugendspielen und ist WM-Dritte

Für einen Jahresrückblick – lokal wie auch sportlich – durchforstet man sämtliche 300 Ausgaben des Jahres. Man liest Wichtiges und Kurioses noch mal durch, wählt aus und macht sich Notizen. Im sportlichen Bereich war der Notizzettel 2018 bei niemandem so umfangreich wie bei Vanessa Beckstein. Da lohnt auf jeden Fall ein eigener Artikel für die „Sportlerin des Jahres“ in der Region.
Tunesien, Argentinien, Polen, Türkei, Holland, Belgien und einiges mehr standen auf ihrem Reise- und Turnierplan. Deutsche Titelkämpfe, Welt- und Europameisterschaften und sogar die Olympischen Jugendspiele. Die 17-jährige Taekwondosportlerin vom SV Nennslingen ist dabei nicht nur weit herumgekommen. Nein, die angehende Abiturientin hat auch viel Erfolge und Medaillen mitgebracht.
Höhepunkt war für die Ausnahmeathletin sicherlich die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft der Jugend A im tunesischen Hammamet – laut ihrem Trainer Horst Scholz „eine Wahnsinnsleistung“ – und das Ticket für die „Youth Olympic Games“ in Buenos Aires. In der argentinischen Hauptstadt war sie als einzige deutsche Taekwondoka qualifiziert. Auch wenn im Viertelfinale das Aus in der Klasse bis 55 kg kam, war es für die junge Sportlerin ein absolutes Highlight, überhaupt bei einem solchen Weltereignis dabei zu sein und Erfahrung zu sammeln.
Vanessas Erfolge auf nationalem und internationalem Parkett haben ihr Auszeichnungen wie den Sportpreis Mittelfranken (U18) oder den Ehrenpreis des Präsidenten der Bayerischen Taekwondo Union (BTU) beschert. Ehrungen gab es aber auch für zwei Personen, ohne die Olympia und Co. nicht möglich gewesen wären: Trainer Horst Scholz und Vanessas ältere Schwester Isabel. Sie ist 19, war wichtigste Trainingspartnerin der Olympia-Teilnehmerin und fuhr mit der Deutschen Vizemeisterschaft und der Deutschen Hochschulmeisterschaft bei den Damen bis 57 kg auch selbst noch zwei Toperfolge ein.
Horst Scholz erhielt die Verdienstnadel des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) in Gold mit Brillanten als Anerkennung für 40 Jahre Trainer und 30 Jahre als Spartenleiter. Und er machte mit 70 (!) Jahren den 4. DAN. das Nennslinger Trio gilt als „Dream Team“, und auch Landrat Gerhard Wägemann schwärmte von „grandiosen sportlichen Leistungen“.